Ich durfte am 14. und 15. Januar 2026 an der DRK Dreikönigstagung im PLAZA INN Goslar teilnehmen. Beauftragte, Träger und Kostenträger trafen sich erneut auf Einladung des DRK Landesverbandes Niedersachen.
Der programmatische Rahmen war treffend gewählt: „Rettungsdienst: Zwischen Vision und Alltag“ (Tag 1) und „Rettungsdienst Next: Impulse für morgen“ (Tag 2).
Genau diese Spannung – strategischer Anspruch versus operative Machbarkeit – zog sich für mich als roter Faden durch beide Tage.
Tag 1: Lagebild und Systemperspektive
Der erste Tag startete mit Begrüßung und Grußwort aus dem Niedersächsischen Innenministerium. Danach folgten kompakte Updates – unter anderem aus dem Ministerium und dem Landesausschuss Rettungsdienst.
Für mich war besonders wertvoll, dass die Diskussion nicht im Abstrakten blieb: Der Impuls „Der Rettungsdienst zwischen Vision und Alltag“ hat die bekannten Zielbilder (Qualität, Verfügbarkeit, Steuerung) konsequent mit dem abgeglichen, was im Betrieb tatsächlich leistbar aber auch notwendig ist.
Spannend war auch die Bandbreite der Perspektiven: Beiträge aus der Rettungsschule, das Projekt RettQ Plus, die Sicht der Kostenträger auf den Rettungsdienst in Niedersachsen sowie ein Update aus dem Reanimationsregister.
Das war kein Sammelsurium, sondern ergab ein stimmiges Gesamtbild: Ausbildung, Finanzierung und Qualitätssicherung müssen zusammen gedacht werden – sonst bleibt „Vision“ eben Vision.
Der Abend bot dann das, was solche Tagungen oft am wertvollsten macht: fachlicher und persönlicher Austausch jenseits des Podiums.
Tag 2: „Rettungsdienst Next“ – konkrete Hebel
Am zweiten Tag ging es stärker in Richtung Umsetzung und Ausblick. Themen wie Leitstellenmodellierung (zwischen Machbarkeit und Motivation), kritische Ereignisse im Rettungsdienst und der Gesetzesentwurf zur Reform der Notfallversorgung und des Rettungsdienstes haben aus meiner Sicht die zentralen Stellschrauben adressiert: Steuerung über die Leitstelle, Sicherheits- und Fehlerkultur sowie die absehbaren rechtlichen Rahmenbedingungen.
Eine abschließende Diskussions- und Ausblicksrunde hat das Programm sinnvoll geschlossen.
Mein Fazit
Ich nehme aus Goslar vor allem eines mit: Die Debatte ist weiter als man im Alltag manchmal denkt – aber die Umsetzung hängt an vielen Details (Personal, Prozesse, Daten, Leitstellenlogik, Finanzierung).
Gerade deshalb war die Dreikönigstagung 2026 für mich fachlich nützlich: Sie hat Orientierung gegeben, ohne die Realität zu beschönigen, und konkrete Ansatzpunkte geliefert, wo „Rettungsdienst Next“ tatsächlich anfangen kann.