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LARD – Neue Empfehlung erschienen

Im Niedersächsischen Ministerialblatt (16/2018) wurde eine neue Empfehlung mit dem Titel: „Anforderungen an eine strukturierte und standardisierte Notrufabfrage (SSN) als Voraussetzung für die sachgerechte Bearbeitung von Hilfeersuchen in Leitstellen“ veröffentlicht. Der Landesausschuss Rettungsdienst hat sich umfangreich mit diesem Thema beschäftigt und u.a. zu den nachfolgenden Punkten Stellung bezogen. 

  • Einbindung in das Einsatzleitsystem
  • Abfrage, Disposition und/oder Beratung außerhalb des rettungsdienstlichen Zuständigkeitsbereiches
  • Notrufbearbeitung in Teilprozessen
  • Evaluation
  • Rechtssicherheit
  • Schaffung notwendiger Rahmenbedingungen durch die Träger der Leitstellen
  • Umsetzung und Wirtschaftlichkeit

Nds. Landesausschuss Rettungsdienst veröffentlicht zwei Empfehlungen

Im aktuellen niedersächsischen Ministerialblatt (Nds.MBl.40/2017 S. 1316) sind zwei Empfehlungen des niedersächsischen Landesausschuss Rettungsdienst bekannt gemacht worden.

In der erste Veröffentlichung geht es um die Disposition von Rettungsmitteln bei Schul- bzw. Arbeitsunfällen. In diesen Fällen besteht häufig die irrige Annahme, dass auf Grund der Vorgaben der Versicherungen  in jedem Fall ein Rettungsmittel zu entsenden sei.

Der Landesausschuss Rettungsdienst stellt hierzu in Abstimmung mit der deutschen gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV)  fest, dass für den Einsatz von Rettungsmitteln die gleichen Kriterien gelten, wie für alle anderen Notrufe auch. Es braucht nicht in jedem Fall, ein Rettungsmittel geschickt werden. Sondern nur in den Fällen, wo es nach Abfrage durch die Rettungsleitstelle auch notwendig ist. Darüber hinaus werden erläuternde Hilfestellungen für notwenige Beförderungen mittels Taxi bzw. Privat-PKW gegeben.

Im Weiteren wir ein Positionspapier zur Einführung einer webbasierten Informationsplattform für die Zuweisung von Notfallpatienten zur klinischen Versorgung veröffentlicht.

Solche Informationsplattformen werden bereits in eingen Bundesländern erfolgreich betrieben. In Niedersachsen haben mehrere Leitstellen (z.B. die Großleitstelle Oldenburger-Land AöR) für den Rettungsdienst das System IVENA erfolgreich getestet. Nunmehr wird durch das Positionspapier empfohlen, dass solche Informationsplattformen auch in Niedersachsen flächendeckend eingeführt werden.

Tele-Notarzt für Niedersachsen eine Idee?

blaulichtUm den Tele-Notarzt ging es auf der Sitzung des Niedersächsischen Landtages am 24.11.2016. Abgeordnete der FDP Fraktion wollten wissen, wie die Landesregierung das Instrument des Telenotarztes bewertet. Ebenfalls gefragt wurde, ob es ein solches System, wie in Aachen, auch bereits in Niedersachsen gibt. Erfahren Sie aus der Pressemitteilung des Nds. Ministeriums für Inneres und Sport, was die Landesregierung über dieses System denkt.

Nach meiner Meinung muss man den Einsatz eines Telenotarztes differenziert betrachten.

Für den Bereich der arztbegleiteten Verlegungen kann es eine Lösung sein, um Notärzte für echte Einsätze zur Verfügung zu haben.Hier könnte und das zeigt Aachen auch, ein großer Einspareffekt vorhanden sein.

Für „Standard“ – Notfälle wie z.B. den Schlaganfall oder die Hypoglykämie sehe ich den Einsatz eines Telenotarztes kritisch. Dies sollten Notfallsanitäter/-innen  bzw. Rettungsassistenten/-innen sicherlich alleine hinbekommen. Ich hatte mir die Technik vor kurzem in Aachen angeschaut und Informationen zu den Verfahrensweisen bekommen. Danke an die Leitstelle Aachen und den Telenotarzt für die Möglichkeit zu schauen. In einem städtischen Bereich mit enger Krankenhausdichte muss man sehr genau abwägen, ob der Einsatz eines (Tele-)Notarztes  nicht die vor-Ort-Zeit unnötigerweise verlängert. Auf dem Lande könnte die Datenübertragung mit notwendigerweise hohen Bandbreiten  ein Problem darstellen. Soweit dies alles berücksichtigt wird, wäre es eine Überlegung wert. Die Vorhaltung entsprechender Technik wird aber sicherlich ebenfalls Kosten verursachen.

Nicht richtig dargestellt? Klicken Sie hier: 2016-11-24-mi-telenotarzt