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Niedersachsen: Neue Empfehlungen des Landesausschusses Rettungsdienst erschienen

Das Niedersächsische Ministerium für Inneres und Sport hat im Nds. Ministerialblatt (42/2018) zwei neue Empfehlungen des Landesausschuss Rettungsdienst (LARD) veröffentlicht.

Die erste Empfehlung bezieht sich auf die NUN-Algorithmen – Version 2019 – erstmals mit entsprechenden Änderungskommentierungen. Die NUN-Algorithmen stellen einheitliche Algorithmen für die Aus- und Fortbildung von Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitätern dar. Diese sollen auch die Grundlage der Tätigkeiten der Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter im Einsatzdienst darstellen.

In der zweiten Veröffentlichung geht es um eine Empfehlung, die in Zusammenarbeit mit den Landesgesundheitsamt Niedersachsen zu Schutz- und Hygienemaßnahmen im Rettungsdienst erarbeitet wurde. Diese richtet sich direkt an die Einsatzkräfte, die aktuelle Hygieneempfehlungen erhalten und eine Vereinheitlichung der bestehenden Hygienepläne ermöglichen.

Nun gilt es diese Empfehlungen auch flächendeckend in Niedersachsen umzusetzen. Eine Übersicht über alle Empfehlungen des LARD finden Sie hier.

BW: Entwicklungen im Rettungswesen in der 2. Jahreshälfte

Die Landesregierung Baden-Württemberg hat am 16.11.2018 umfangreich auf eine Anfrage der FDP/DVP geantwortet.

Die Landtagsfraktion hatte die Landesregierung u.a. gefragt, wie man die Rechtssicherheit für Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter, u.a im Hinblick auf klarere Kompetenzregelungen, verbessern könne. Gefragt wurde auch expliziert nach bundeseinheitlichen Regelungen.

Die Landesregierung Baden-Württemberg berichtet, dass auf ihre Initiative die Ständige Konferenz der Innenminister und -senatoren der Länder Ende November 2018 in Magdeburg sich der Auffassung Baden-Württembergs angeschlossen hat, dass die Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter im Rahmen ihrer Berufsausübung eine verbesserte rechtliche Handlungssicherheit bedürfen. Die Bundesregierung wurde gebeten, sich zeitnah für entsprechende Änderungen einzusetzen.

Für mich erfreulich ist, dass die anfragende Landtagsfraktion auch den bei uns in Niedersachsen im Rahmen eines Pilotprojektes geschaffene „Gemeinde-Notfallsanitäter“ angesprochen hat. Dieser wird zunächst bis zum September 2020 im Bereich Ammerland, Cloppenburg, der Stadt Oldenburg und im Landkreis Vechta getestet.

Weiterhin arbeitet die Landesregierung an einer stärkeren Verzahnung von Rettungsdienst sowie ambulanter und stationärer Notfallversorgung.Die Landesregierung ist der Auffassung, dass den bereits bestehenden Integrierten Rettungsleitstellen hier eine entscheidende Lenkungsfunktion zukommt.

Um einen Überblick über den Fachkräftemangel im Rettungsdienst zu erhalten, hat der Landesausschuss für den Rettungsdienst BW am 27. November 2018 eine Definition von meldepflichtigen Ausfällen in der Notfallrettung in Baden-Württemberg sowie ihre einheitliche Dokumentation durch die Integrierten Leitstellen konsentiert.Mit diesen Erhebungen soll zum 01.01.2019 begonnen werden.

Meine Meinung: Insgesamt sind starke Bestrebungen in allen Bundesländern, so wie hier in Baden-Württemberg, zur Verbesserung der Notfallversorgung zu erkennen. Nun gilt es, z.B.den Problemen der Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitätern endlich auch Taten folgen zu lassen. Die gewonnen Erkenntnisse, die als gut und sinnvoll erkannt werden, müssen umgesetzt werden. Allerdings sollte hier – wie immer im Leben – Qualität vor Schnelligkeit gehen.

BMG: „Die Notfallversorgung verbessern“

Bundesgesundheitsminister Spahn hat am 18.12.2018 in Berlin die wesentlichen Eckpunkte seiner Überlegungen der Öffentlichkeit präsentiert.

Das BMG hat, wie alle Beteiligten der Notfallversorgung erkannt, dass sich etwas tun muss, um den kommenden Herausforderungen gerecht zu werden. Immer mehr Menschen strömen in Notaufnahmen, obwohl diese ohne Probleme auch im ambulanten Bereich versorgt werden könnten. Die Rettungsdienste und die Notaufnahmen sind überlastet. Die durch den Sachverständigenrat für das Gesundheitswesen in ihrem Gutachten zur Notfallversorgung veröffentlichten Erkenntnisse macht sich das BMG in weiten Teilen zu eigen. Im nachfolgenden Video ist das Statemant von Minister Spahn zu sehen. (Quelle: BMG)

Für den Bereich Rettungsdienst wünscht sich das BMG umfangreiche Änderungen, die allerdings eine Änderung des Grundgesetzes benötigen. Folgende Ideen möchte das BMGF umsetzen:

  • Der Rettungsdienst soll ein eigenständiger medizinischer Leistungsbereich im SGB V werden.
  • Um nicht notwendige Krankenhauseinweisungen zu vermeiden, soll die die Transportpflicht entfallen und eine Vergütung trotzdem erfolgen.
  • Die Krankenkassen sollen erweiterte Mitwirkungs- und Verhandlungsmöglichkeiten bei wesentlichen Fragen zur Ausgestaltung des Rettungsdienstes erhalten.
  • Die Finanzierung des Rettungsdienstes soll zwischen den Krankenkassen und den Ländern anders geregelt werden. Die Länder sollen im Bereich Investitions- und Vorhaltekosten für die Infrastruktur mehr Verantwortung übernehmen.
  • Die Leitstellen für Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz sollen mit den Servicestellen der Kassenärztlichen Vereinigung (116117) zu gemeinsamen Notfallleitstellen zusammengelegt werden. Hierdurch soll eine bessere Triage erreicht werden, die dafür sorgt, dass Patienten in den richtigen Versorgungsbereich gelangen.

Der Rettungsdienst ist derzeit in der Gesetzgebungskompetenz der Länder. Diese haben, wie z.B. bei Polizei, dem Brandschutz oder auch im Bildungsbereich entsprechende Regelungen in Landesgesetzen zu regeln.

Das weitere Verfahren bleibt, auch im Hinblick auf die vom BMG gewünschte kurze Verfahrensdauer, sportlich. Bis April 2019 will das BMG einen ersten Gesetzentwurf vorlegen. Inkrafttreten sollen diese Änderungen zum 01.01.2020. Das setzt allerdings voraus, dass auch der Bundesrat mit 2/3-Mehrheit den beabsichtigten Änderungen des Grundgesetzes zustimmt. Das das nicht einfach ist, weiß die Bundesregierung sicherlich durch den gerade gestoppten Bildungskompromis.

2. Forum Bevölkerungsschutz der Johanniter-Unfall-Hilfe

Das Johanniter Bildungsinstitut Hannover veranstaltet am 01.12.2018 eine eintägige Fortbildungsveranstaltung zum Bevölkerungsschutz in Wennigsen, Niedersachsen.

Die Veranstaltung richtet sich an Führungskräfte und Fachdozenten aus dem Bevölkerungsschutz der Johanniter in Niedersachsen/Bremen, die Mitarbeiter befreundeter Hilfsorganisationen sowie der Feuerwehren und der Polizei.

Thematisch wir Folgendes geboten:

  • Dimensionen der Großveranstaltung aus Sicht der Gefahrenabwehr
  • Rechtliche und taktische Aspekte der Einsatzplanung
  • Polizeiliche Aspekte der Gefahrenabwehr bei Großveranstaltungen
  • Evakuierung bei Großveranstaltungen

Programm und Anmeldung sind hier zu finden.

Öffentlichkeitsarbeit und Social Media im Katastrophenschutz

Katastrophenschutz.camp 

Social Media wird auch im Bereich des Katastrophenschutzes ein immer größeres Thema. Neben der Information der Bevölkerung über alle kritischen Ereignisse, stellt auch die Einbindung von freiwilligen Helfer bei der Bewältigung der Katastrophe eine große Herausforderung für die Katastrophenschutzbehörden dar.  

Es wird auch darüber zu diskutieren sein, wie Fake-News erkannt, aber vielleicht auch Social Media Informationen zur Lageerkundung genutzt werden können. 

Im „Katastrohenschutz.Camp“ sollen alle möglichen Fragen rund um den Umgang mit Social Media im Katastrophenschutz beleuchtet und Antworten gefunden werden. Anders als bei normalen Konferenzen wird dieses Forum nicht als „Symposium“ durchgeführt sondern als „Barcamp“.

Was diese Form der Konferenz bedeutet und wie es abläuft finden Sie auf der Internetseite des Katastrophenschutz.camp

Die Veranstaltung wird am 01. und 02. Februar 2019 beim Institut der Feuerwehr NRW (IdF) in Münster stattfinden. Das Organisationsteam besteht neben Jan Müller-Tischer aus, Anna Carla Springob und Maike Kranaster

Ich bin sehr gespannt auf die Ergebnisse dieser Veranstaltung.

Uns muss allen klar sein , dass wir auch im Katastrophenfall oder bei Großschadensereignissen mit den Social Media Aspekten umgehen müssen. 

Die Veranstaltung ist leider schon ausverkauft.